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Blogeintrag

Steckt Ihre Softwareentwicklung noch im Winterschlaf?

Projektmanager  Software & IT 

Vor allem in der Automobilindustrie ist das Lean Management schon lange etabliert. "Go and see" ist dabei eines der Kernkonzepte - der sogenannte "Gemba Walk".

 

...gehen Sie in diesem Newsletter-Beitrag gemeinsam mit uns auf solch einen "Gemba Walk". Schauen wir uns einmal gemeinsam an, wo Wertschöpfung in Softwareprojekten erbracht wird. Und wo nicht.

Go and See

Viele der Unternehmen, die wir im Rahmen unserer Ausbildungs- oder Beratungsleistungen kennenlernen dürfen, sind nicht als Software-Unternehmen "geboren" worden. Es handelt sich häufig um traditionsreiche Industriebetriebe oder kleine Spezialanbieter, die sich um Zuge der Digitalisierung nun ganz neuen Herausforderungen stellen müssen.

Heute sind Autos, Züge oder Werkzeugmaschinen längst nicht mehr nur Stahl - ein Großteil der Wertschöpfung besteht aus Software und den in ihr enthaltenen klugen Ideen und Algorithmen. Genau hier liegt oft das Problem, dem sich unsere Kunden gegenüber sehen:

Die erlernten Methoden aus der alten "Produktionswelt" wollen in der "Softwarewelt" einfach nicht so richtig funktionieren!

Von der Idee zur Lösung

Idee, Vision und Kickoff. ...und dann passiert... nichts?

Im Bereich der Produktneuentwicklung mangelt es oft nicht an Ideen. Leider verschwinden jedoch viele Ideen in einer undurchdringlichen Blackbox - für die Endkunden fühlt es sich dann unter Umständen an, als würde die F&E-Abteilung sich in einem Winterschlaf befinden.

Basierend auf Ausbildung und Erfahrung verwenden viele unserer Kunden für Softwareentwicklung die Methoden und Werkzeuge, die in der Produktionswelt gut funktionieren. Wir steuern und planen komplizierte Projekte und nutzen dafür Projektstrukturpläne (WBS/PSP), Gantt-Charts und hoch spezialisierte Werkzeuge.

Damit wir dabei möglichst effizient arbeiten halten wir uns an Adam Smith und gruppieren uns nicht nach Teams, sondern nach Fachabteilungen.

Bezogen auf den Stacy Graph (siehe Abbildung unten) nehmen wir also an, dass wir sowohl alle Anforderungen kennen, als auch die verwendeten Technologien gut beherrschen.

Stacy Graph

Bildquelle: https://www.agile-minds.com/wp-content/uploads/2019/03/image-1.png

Softwareentwicklung ist eine kreative Tätigkeit

In unserer heutigen VUCA-Welt ist die exakte Kenntnis aller Anforderungen sowie die langfristige Planbarkeit allerdings nur eine Illusion. Die besten Aussichten auf Erfolg haben heute die Unternehmen, die den Wandel akzeptieren und in ihrer Produktentwicklung möglichst dynamisch auf Veränderungen reagieren können. Hierfür ist die Softwareentwicklung heute eine der Kernkompetenzen.

Der folgende Abschnitt stellt Ihnen hierfür zwei Erfolgsfaktoren vor.

Denken Sie in Produkten!

Wie eingangs beschrieben beobachten wir oft, dass Methoden und Werkzeuge aus dem klassischen Projektmanagement genutzt werden, um komplexe Aufgabenstellungen zu lösen.

An diesem Punkt werden wir als Berater mitunter gebeten "Scrum einzuführen", sozusagen ein neues Betriebssystem zu installieren. Leider bietet "einfach Scrum machen" wenig Aussicht auf Erfolg, solange wir keinen Kulturwandel herbeiführen. Zusätzlich müssen wir aufhören, nur in Projekten zu denken. Erinnern wir uns: Ein Projekt hat ein fest definierten Umfang, einen Start- und Endzeitpunkt. Danach löst sich das Projektteam auf.

Aber ist Software ein Projekt? Endet nach der Auslieferung an den Kunden unsere Zuständigkeit? Wie verhält es sich mit Produkterweiterungen, Updates, Bugfixes?

Aus unserer Wahrnehmung als Berater heraus sind erfolgreiche Softwareentwicklungs-Teams heute die, die in Produkten denken. Produkte, die dann während des gesamten Lebenszyklus von ein- und demselben Team betreut werden. Diese Teams kennen ihre Anwender genau und haben sich eine gemeinsame Produktvision erarbeitet.

Erfolgsfaktor

Lösen Sie die Trennung zwischen "Business" und "Entwicklung" auf.

Miss es oder vergiss es...

...ist ein wichtiger Management-Leitsatz. Um die eigenen Fortschritte zu messen und bei Bedarf Korrekturmaßnahmen ergreifen zu können, benötigt ein Team Metriken.
Welche Metriken geeignet sind, muss jedes Team für seinen individuellen Kontext selbst entscheiden: Hier müssen sowohl der jeweilige Reifegrad des Teams als auch die OKRs berücksichtigt werden.
Dennoch möchten wir Ihnen einige Vorschläge für Metriken unterbreiten, mit denen wir bereits gute Erfahrungen gemacht haben.

  • Bearbeitungszeit, gemessen ab Start der Bearbeitung eines Work Items bis zur Auslieferung
  • Durchlaufzeit eines Work Items, gemessen ab Aufnahme in das Backlog bis zur Auslieferung. Dieser Wert ist direkt abhängig von der Länge des Backlogs
  • Work in Progress (WIP), gemessen als die Menge aller Work Items, die aktuell in Bearbeitung sind. Je größer das WIP, desto mehr Multitasking müssen die Teammitglieder stemmen – die Effektivität sinkt.
  • Produktqualität, gemessen als Net Promoter Score (NPS; "Würden Sie uns weiterempfehlen?")
  • Mitarbeiterzufriedenheit, gemessen als Employee Net Promoter Score (eNPS)

Erfolgsfaktor

Sorgen Sie für maximale Transparenz in Bezug auf die Kundenzufriedenheit, Akzeptanz und Marktchancen, denn Softwareentwickler benötigen für ihre Arbeit Kontextinformationen.

Somit haben wir zwei wesentliche Erfolgsfaktoren identifiziert. Diese helfen dabei, Ihre Softwareentwicklung mit neuem Schwung zu versehen.
Auf diese Weise haben Sie nun die Möglichkeit, Ihre F&E-Abteilung und besonders die Softwareentwicklung aufzuwecken, fit für einen (zweiten) Frühling.

Kontakt für Anfragen

Fachlicher Kontakt

Martin Brüggemann

martin.brueggemann@software-quality-lab.com

 +43 5 0657-137